Submitted by Astrid.Keller-Garbe on Thu, 15/01/2004 - 14:50.

Here you may read what causes the high water of the Rhine and what the states through which the Rhine flows plan to do together:

Klimawechsel l�sst Hochwasserrisiko am Rhein steigen

Koblenz. (dpa) Fachleute rechnen im 21. Jahrhundert wegen des Klimawechsels mit einem erh�hten Hochwasserrisiko am Rhein. Das best�tigt auch die Internationale Kommission zum Schutze des Rheins (IKSR) in Koblenz. Denn im Winter werde es mehr regnen - dann also, wenn die B�den schon ges�ttigt oder gefroren sind und die Pflanzen und B�ume weitaus weniger Wasser aufsaugen.

Schon in den Wintern 1993 und 1995 war am Rhein jeweils von einem �Jahrhundert-Hochwasser� die Rede. Bei der zweiten Katastrophe mussten mehr als 200 000 Niederl�nder ihre Wohnungen und H�user verlassen. 1997 fielen dann an der Oder - allerdings im Sommer - mehr als 100 Menschen in Polen und Tschechien einer gewaltigen �berschwemmung zum Opfer. Auch am Rhein k�nnte es wieder zu einer Katastrophe kommen: Die Fachleute halten den Hochwasserschutz an dem 1 320 Kilometer langem Strom f�r unzureichend. Die IKSR sch�tzt, dass in allen gef�hrdeten Ufergebieten ein Gesamtverm�gen von drei Billionen Mark angeh�uft ist. Das ist mehr als sechs Mal so viel wie der Jahreshaushalt der Bundesregierung.

Aufgeschreckt von den letzten gro�en �berschwemmungen beschloss die 12. Rhein-Ministerkonferenz im Januar 1998 einen �Aktionsplan Hochwasser� mit einem Kostenvolumen von rund 24 Milliarden Mark - also einem Bruchteil des maximal angenommenen Schadens. Ziel ist, extreme Hochwasserwellen bis 2005 um 30 Zentimeter und bis 2020 um 70 Zentimeter zu kappen. Zudem sollen die Schadensrisiken bis 2005 um zehn Prozent und bis 2020 um 25 Prozent sinken. Mit dem Aktionsplan fordern die Rhein-Anliegerstaaten Schweiz, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande erstmals gemeinsam, dem Strom f�r die Ausbreitung der Hochwasser wieder erheblich mehr Raum zu geben. Mit der Begradigung des Rheins sowie der starken Besiedlung und landwirtschaftlichen Nutzung seiner Ufergebiete hatte der Fluss in den vergangenen zwei Jahrhunderten mehr als 85 Prozent seiner nat�rlichen �berschwemmungsauen verloren.

Der Aktionsplan will auch den alten lokalen Egoismus vieler Regionen und Kommunen �berwinden. �Der Hochwasserschutz war fr�her v�llig unterschiedlich bei den einzelnen Rhein-Abschnitten�, erkl�rt die stellvertretende IKSR-Gesch�ftsf�hrerin Anne Schulte-W�lwer- Leidig. �Jeder hat nur an seinen eigenen Schutz gedacht und das Hochwasser m�glichst schnell an die flussabw�rts liegenden Regionen abgeleitet.� Doch nun sollen die Staaten, Bundesl�nder und Kommunen an einem Strang ziehen und in Abstimmung mit der IKSR neben der Deichsanierung 45 R�ckhaltebecken entlang des Stromes schaffen sowie zahlreiche Deiche zur�ckverlegen. Mit dem Verzicht auf die Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten in hochwassergef�hrdeten Zonen sollen neue Risiken und eine zus�tzliche Bodenversiegelung vermieden werden.

Ein wichtiges Ziel des Aktionsplans ist aber auch der Kampf gegen die Risikoverdr�ngung in den K�pfen der Menschen. Die betroffenen Bundesl�nder geben nun Hochwasserfibeln f�r risikovermindertes Bauen am Fluss heraus. Die IKSR erstellt bis Ende 2001 bereits in der zweiten erweiterten Version einen Hochwasser-Atlas mit einer �bersicht �ber die m�glichen �berschwemmungsgebiete und Schadensrisiken. Die Hochwassernotgemeinschaft Rhein e.V. will zudem mit Aktionen auf dem Motorboot �Pegellatte� in den kommenden zwei Jahren zwischen Basel und der Rhein-M�ndung f�r effektiven Hochwasserschutz werben. In dem 1990 gegr�ndeten Verband mit Sitz in Mainz sind 50 Kommunen zusammengeschlossen.